Rechercher dans le site
Loading
 
   

Das Nationale Botanikkonservatorium Brest
Experte im Bereich der Pflanzenvielfalt

Das Nationale Botanikkonservatorium von Brest, gegründet im Jahre 1975, ist die erste Einrichtung der Welt, die sich darauf spezialisiert hat, wildlebende und vom Aussterben bedrohte Pflanzen zu erhalten.

Die uns zugesicherte Aufgabe ist der Schutz des Erbgutes der Pflanzenwelt (Arten und deren Siedlungsgebiete) vom Massiv Armoricain (Gebirgskette im östlichen Teil der Bretagne) über das Zentrum Frankreichs, der Departements und Überseegebiete, Europas, verschiedender anderer Regionen der Welt und besonders der ozeanischen Inseln.


Ursprünglich, nur eine originelle Idee

Unsere bisherigen Kenntnisse ermöglichen es uns gerade mal 420 000 sich auf dem Planeten befindliche Pflanzenarten zahlenmäßig zu bestimmen. Rund 20% dieser (also 85 000 Arten) sind vom Aussterben bedroht. Von dieser beunruhigenden Feststellung ausgehend, schlägt der Botanist Jean- Yves Lesouëf vor, eine Einrichtung und einen Garten zu erschaffen, mit dem Ziel, gefährdete Pflanzen zu schützen. Das Gelände von Stang- Alar in Brest erschien hierfür als das am besten- angepassteste unter den erkundeten Gebieten. Es bietet eine bedeutend- wichtige Fläche in Bezug auf das milde Klima und das gemeinschaftliche Territorium.



1975 beginnt das Projekt mit der Unterstützung der städtischen Gemeinde von Brest (heute ozeanische Metropole Brest), des regionalen Verbundes zum Schutze der Natur (Bretagne Vivante- SEPNB), sowie dem Umweltministerium, Gestalt anzunehmen. Das erste Nationale Botanikkonservatorium siedelt sich in Brest an.
 
Getragen durch den Verein SEPNB, wurde das Nationale Botanikkonservatorium im Jahre 1987 ein gemischter Verband. Es umfasst heute die ozeanische Metropole Brest, die Stadt Brest, die Stadt Guipavas, die westliche Universität der Bretagne und den regionalen Naturpark von Armorique (befindlich im Bereich des „Massiv Armoricain“).





Top

Die derzeitigen Aufgaben

Das Botanikkonservatorium; wissenschaftlicher und technischer Organismus; positioniert sich:



auf der einen Seite zur Recherche- und Verwaltungsarbeit über das Pflanzenerbgut (Erwerb und Aneignung von Wissen, Konzept über die Arbeitsweise, Problemanalyse, Verweise zur Leitung des Gebietes, Maßregelungen zur Erhaltung der Arten: zum einen direkt in der natürlichen Umgebung, zum anderen in fremdem Umfeld (Entnahme der Samen und Lagerung in Laboratorien zur späteren Wiederaufzucht in natürlichem Milieu), Bildung/ Aufklärung der Bevölkerung (durch Ausstellungen u. ä.),
auf der anderen Seite zu den internationalen, nationalen und lokalen politischen Verbindungen im Bereich der Biodiversität.

Die Arbeiten des Nationalen Botanikkonservatoriums sind vielerorts anerkannt und widmen ihm einen hohen Widererkennungswert im Bereich der Artenerhaltung.

Die internationalen Tätigkeiten im Bereich der Rettung bedrohter Spezies, aber auch deren Wiederansiedlung sowie die bedeutsamen Grundlagen seiner Aktionen führten dazu, dass das Konservatorium zu einem der zahlreichen Orte der Welt wurde, die sich, besonders im Bezug auf die ozeanischen Inseln, mit besonderem Augenmerk auf die Anfälligkeit ihrer Pflanzenwelt spezialisierte.

Die Entwicklung im internationalen Bereich bewegen sich momentan in folgende Richtungen :





Projekte zur Problemerkennung in Bezug auf Vorliegen und Erstellung von Listen über gefährdete Arten
Umsetzung der Projekte zur Bewahrung der vom Aussterben bedrohten Gattungen auf direktem (im natürlichen Milieu) oder auf indirektem Wege (Aufarbeitung in den Laboratorien)
Begleitung neuer Akteure im Gebiet des Pflanzenschutzes mittels Bereitstellung der Erfahrungen und Kenntnisse des Konservatoriums
Umsetzung der Informations- und Austauschprojekte (Erfassung der Vorgehensweisen), besonders im Bildungs- und Aufklärungsbereich.

Seit 1990 widmet das Nationale Botanikkonservatorium Brest viel Zeit seiner Arbeit dem „Massiv Armorique“
(umfasst die Regionen Bretagne, Basse Normandie und Pays de la Loire– ausgenommen Sarthe), im Rahmen einer Zustimmung durch das Umweltministerium.

Die Freigabe als Nationales Botanikkonservatorium ist für all die Einrichtungen (vorerst 5 Jahre, jedoch Verlängerung möglich) gültig, die folgende Tätigkeiten auf einem dafür bestimmten Terrain ausüben (Art. D 416-1 des Umweltgesetzbuches, Erlass Nr. 2004-696 vom 8 Juli 2004):

Die Kenntnis des Zustandes und der Entwicklung; anerkannt gemäß wissenschaftlicher Vorgehensweisen; der wildlebenden Pflanzenwelt und ihrer natürlichen (teilweise unnatürlichen) Ansiedlung. Diese Aufgabe beinhaltet den Einsatz (nach Verfügbarkeit) des Staates, seiner öffentlichen Einrichtungen, der gemeinschaftlichen Gebiete sowie das Zusammentragen wichtiger Informationen für die Umsetzung des politischen, regional/ nationalen Naturschutzes

Identifizierung und Aufrechterhaltung seltener, bedrohter Arten der wildlebenden Pflanzenwelt, sowie deren natürlichen (teilweise künstlichen) Lebensraumes.

Zustellung der gesammelten Informationen an den Staat und an dessen öffentliche Einrichtungen sowie an gemeinschaftliche Gebiete und deren Verbünde, in ihren jeweiligen Zuständigkeits- und Fähigkeitsbereichen, sowie der Ergebnisse der technischen und wissenschaftlichen Mitwirkung zur wildlebenden Pflanzenwelt und ihrem natürlichen (teils künstlichen) Terrain.

Informationsweitergabe und Bildung der Öffentlichkeit bezüglich der Kenntnisse und des Schutzes der Pflanzenvielfalt.



Top
Die Mittel des Konservatoriums

Ein bemerkenswertes Konservatorium
Dieses befindet sich im Schoß eines ehemaligen Steinbruches, gelegen in der Nähe der «Rade de Brest» (Bucht von Brest), erworben durch die städtische Gemeinde. Dank ihr hat das Konservatorium seine Verankerung an diesem Platz gefunden. Die 30 Hektar des Gartens profitieren von einem hervorragendem Klima und einer vielseitigen Landschaft und genau diese Faktoren sind es, die dem kleinen Tal diesen bemerkenswerten Ruf vermachen. Die Instandhaltung dieses Ortes wird durch die Leitung des "Espaces Verts de Brest métropole océane" des grünen Services von Brest umgesetzt.

Das besondere Klima, Felswände, bewaldete Hänge, ein Bach, der sich durch das gesamte Tal schlängelt, Teiche, die die verschiedenen Bereiche des Gartens miteinander verbinden sowie eine Sammlung verschiedenster Pflanzen sind die Elemente des Nationalen Botanikkonservatoriums Brest, die diesen Ort am Besten charakterisieren.


Ein einzigartiger pflanzlicher Bestand

Es ist nicht die Anzahl der Arten, sondern ihre Seltenheit, die die Absicht des Botanikkonservatoriums am Besten verstehen lässt. So finden wir dort ein Spektrum von mehr als 4000 Arten verschiedenster Pflanzen, wovon 1700 Stücke bedroht oder in der Natur nicht mehr aufzufinden sind (sondern in den Laboratorien in Kultivierung oder in der Pflanzensamenbank). Das Konservatorium umfasst also eine der bemerkenswertesten Pflanzensammlungen der Welt.

Ein fachübergreifendes Team

Circa um die 30 Personen arbeiten im Botanikkonservatorium, aufgeteilt in 3 Gebiete: Brest, Nantes et Villers Bocage. Diese Truppe enthält in erster Linie Botaniker, aber auch Informatiker, wissenschaftliche Betreuer, eine Dokumentaristin sowie einen verwaltungstechnischen Bereich. Zudem sollte man außerdem die 11 Gärtner (vom Verbund "Brest métropole océane") erwähnen, die sich um die Instandhaltung des Gartens kümmern.

Ihre Projekte beinhalten die Zusammenarbeit mit mehreren hundert ehrenamtlichen Botanisten, die eine dauerhafte Begutachtung der hier befindlichen Flora gewährleisten, sowie die Hilfe zahlreicher Geschäftspartner im Ausland.

Ein wichtiger pädagogischer Platz

Das Botanikkonservatorium verdankt dem Garten «Stang- Alar» wichtige Fortschritte im Bereich der Pädagogik (durch Besucherrundgänge in den Gewächshäusern und im Garten, Ausstellungen u.ä.). Jedes Jahr werden um die 300 000 bis 400 000 Besucher in den Garten gelockt, hiervon 10 000 nur für den Besuch der Gewächshäuser.

Top

Die Einsatzmethoden

Die Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung schützen

Im regionalen Streben („Massiv Armoricain“) spezialisiert sich das Konservatorium auf den Schutz der bedrohten Pflanzen in ihrem natürlichen Milieu im Rahmen der Partnerschaften mit dem Staat, den Regionen, und besonders den Departements. Es handelt sich hierbei um den Sicherheit der Siedlungsgebiete bedrohter Pflanzen, diese zu verwalten und eventuell die Verstärkung bzw. Wiedereinführung der Pflanzenpopulationen. Um dieses Projekt reibungslos durchführen zu können, trägt das Konservatorium vorher alle nötigen Informationen aus der Bibliographie zusammen und überprüft das Bestandsverzeichnis des zu untersuchenden Terrains (Bestandsverzeichnis der Flora des „Massiv Armoricain“). Das Gutachten spielt eine große Rolle neben dem Können des Teams.

Der Erhalt der Pflanzen setzt ebenso gute Kenntnisse des natürlichen Lebensraumes voraus. Das Konservatorium entwickelt zu diesem Zwecke, besonders mittels des europäischen Programmes «Natura 2000», Projekte zum Inventar und zur Kartografie der natürlichen Lebensräume. Bei Arbeiten des Konservatoriums in diesem Bereich kann dann darauf zurückgegriffen werden.

Einige Beispiele unserer Projekte:

Auf den Inseln Glénan, einem Naturreservat geleitet durch den Verbund "Bretagne Vivante-SEPNB", wird in Zusammenarbeit mit dem Konservatorium der Schutz einer einzigartigen Narzissenart gewährleistet- die sogenannte Narcissus triandrus ssp capax, die nur auf diesen Inseln auffindbar ist.


Die Pflanze Eryngium viviparum ist in Frankreich nur noch im Departement Morbihan präsent. Sie ist aufgrund von Abwandlungen des natürlichen Siedlungsgebietes sehr stark zurückgegangen und existiert nur noch in einem bestimmten Areal. Mithilfe eines Programms, geleitet durch das CBN Brest, soll die Pflanze ihr natürliches Siedlungsgebiet wieder zurückerobern.


Befindlich in Frankreich, jedoch nur an der «Rade de Brest“, ist die Pflanze Limonium humile. Durch stark wucherndes Gras wird sie jedoch immer weiter verdrängt und gehört aus diesen Gründen zu den bedrohten Arten. Das Nationale Botanikkonservatorium experimentiert an verschiedenen Techniken, um die Aufrechterhaltung der Pflanze in der Natur zu gewährleisten. Dies wird ebenso durch die Kultivierung erreicht.

 

Narcissus triandrus ssp capax

Eryngium viviparum

Limonium humile

Kultivieren um zu retten

Es ist nicht immer möglich, den Schutz gefährdeter Pflanzen im natürlichen Milieu zu garantieren (erst recht nicht unverzüglich), besonders dann nicht, wenn sich die bedrohten Arten in der Natur zu schnell ausweiten. Es ist also notwendig die Erhaltung außerhalb des natürlichen Territoriums zu gewährleisten. Diese Aufrechterhaltung beruht auf der Kultivierung betroffener Pflanzen. Abhängig von ihrer natürlichen geographischen Lage werden sie entweder unter freiem Himmel oder in den dafür vorgesehenen Gewächshäusern gezüchtet.

In den häufigsten Fällen werden sie in Form von Samen in Tiefkühlschränken gelagert. Nach der Vervielfältigung können die erhaltenen Probeexemplare neben anderen Botanikinstituten ebenso an diverse Organisationen verteilt werden, oder für die Wiedereinführung in das natürliche Umfeld von Nutzen sein.

Die Konservationsarbeiten außerhalb des natürlichen Milieus ermöglichen es zudem, die biologischen Kreisläufe der Arten besser zu verstehen und in der Lage zu sein, die Maßregelungen für die Arbeitsweisen zur Wiedereinführung in der Natur festzulegen.

Normania triphylla ist eine in Brest befindliche, in letzter Minute gerettete Spezies. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten in Funchal (Madère) in ihren Lebensraum wiedereingeführt. Ungefähr 10 Arten verdanken ihr Überleben dem schnellen Handeln des Nationalen Botanikkonservatoriums in Brest.



Cylindrocline Lorencei : Ihre Wurzeln ursprünglich auf der Insel Maurice tragend, ist sie heute voll und ganz aus der Natur verschwunden. Vor langer Zeit entnommene Proben durch das CBN Brest ermöglichen es heute, diese Art durch Kultivierung in Brest und im Botanischen Garten von Kew zu erhalten. Es ist ein Projekt zur Vervielfältigung mit Augenmerk auf spätere Wiedereinführung in ihr natürliches Milieu in Maurice vorgesehen.

 

Normania triphylla


Cylindrocline Lorencei

Die Öffentlichkeit aufmerksam machen

Parallel zu diesen wissenschaftlichen Aktivitäten hat das Nationale Botanikkonservatorium schon immer angestrebt, auch die Öffentlichkeit zum Thema Schutz der Pflanzenvielfalt anzusprechen.
Die Aufklärung ist Bestandteil einer weltumfassenden Strategie zum Schutz unserer Flora, denn das Verhalten eines Jeden beeinflusst die Aufrechterhaltung bedrohter Pflanzen und deren natürlichen Lebensraumes, welcher auch uns umgibt.
 

Die Sammlungen und Erfahrungen des Botanikkonservatoriums gewinnen dank der Aufklärung eines großen Teils der Bevölkerung zu den beständigen Problemen in Bezug auf die Erhaltung der Pflanzenvielfalt immer mehr an Bedeutung.

Die nationalen Botanikkonservatorien

Es gibt 9 nationale Botanikkonservatorien in Frankreich, die eine große Fläche einnehmen und ein Netzwerk verschiedenster Fähigkeiten ohne Äquivalent zum Ausland bilden.

1988 entschied das Umweltministerium, ein Netzwerk von Nationalen Botanikkonservatorien zu errichten, bevor die Bedrohung sich schwerwiegend auf das Pflanzenerbgut auswirkt. Dieses Netzwerk gewinnt von Jahr zu Jahr an Kraft und zielt darauf hin, diesen Erfolg in allen Botanikkonservatorien sowie in den DOM-TOM (überseeische Departements Frankreichs) auszuweiten.

Jedes Nationale Botanikkonservatorium beteiligt sich am Schutz der Flora, an der Verwaltung natürlicher Milieus der jeweilig zugeteilten Zone, sowie an der Aufklärung der Bevölkerung. Seit 1999 sind alle nationalen Botanikkonservatorien in einem Verband zusammengeschlossen.

Wirksam durch die internationale Zusammenarbeit ist das CBN Brest heute das am tiefsten in der Materie befindliche Konservatorium. Als Gründe können seine historische Berufung, die entwickelten Fähigkeiten sowie die Ausstattung, die für reibungslos ablaufende Projekte von wichtiger Bedeutung ist, genannt werden.


Einteilung der Nationalen Botanikkonservatorien in Frankreich und in den DOM-TOM sowie ihren Zuständigkeitsbereichen

 

 

Kontakt:

Conservatoire botanique national de Brest
52, allée du Bot - 29 200 Brest
Tél. : 02 98 41 88 95 ; Fax : 02 98 41 57 21
cbn.brest@cbnbrest.com


Übersetzung : Vivien Herzog [viviherzog@web.de]

 

Plan du site - Nous contacter
Conception & Réalisation : Conservatoire botanique national de Brest ©2009 - tous droits réservés
dernière mise à jour 03 septembre 2012